ZNU goes Zero

Warum ZNU goes Zero?

Der Klimawandel schreitet kontinuierlich voran. Nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen ist die Erderwärmung seit Mitte des 20. Jahrhunderts zum größten Teil durch den Menschen verursacht. Die vergangenen drei Jahre (2014-2016) waren die wärmsten seit Beginn der Industrialisierung (Quelle: www.giss.nasa.gov).Diese Entwicklung ist bedingt durch den Anstieg der CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre auf vorher nie da gewesenem Niveau. Die prognostizierten Klimafolgen haben ökologische sowie soziale und ökonomische Auswirkungen.

Mehr: Klimadiagramm und Folgen für Unternehmen

Ziel der Initiative

Daher übernimmt das ZNU – Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung der Universität Witten/Herdecke (Wirtschaftsfakultät) mit seinen Partnern gemeinschaftlich Verantwortung, beweist seine Vorreiterrolle und setzt ein Zeichen für weitere Wirtschaftsakteure:

Das ZNU setzt sich bis spätestens zum Jahr 2022 das Ziel, mit seinen ca. 70 Partnerunternehmen an deren deutschen Standorten klimaneutral zu wirtschaften. Um einen zusätzlichen Beitrag für die Tragfähigkeit der Erde zu leisten, werden die Partner neben dem Vermeiden, Vermindern und Kompensieren von Treibhausgas-Emissionen (THG), zusätzliche Projekte unter dem Motto „Bildung, Boden und/ oder Bäume“ umsetzen. Mit dieser gemeinschaftlichen Initiative, die im Frühjahr 2018 erstmals kommuniziert wurde, möchte das ZNU ein deutliches Zeichen in punkto unternehmerischem Klimaschutz setzen und der Verantwortung gegenüber kommenden Generationen noch gerechter werden.

Mehr Info: Verpflichtung der Partner

Mit ZNU goes Zero verpflichten sich alle Netzwerkpartner, sämtliche THG-Emissionen, die an den verschiedenen Unternehmensstandorten anfallen, soweit zu vermeiden bzw. zu reduzieren wie technologisch möglich und anschließend unvermeidliche THG-Emissionen mittels Klimakompensationen auszugleichen. Diese Initiative konzentriert sich auf die Unternehmensebene, wo pragmatisch und unmittelbar Potentiale gehoben werden können. Kooperativer Klimaschutz entlang der Wertschöpfungskette  bleibt ein wesentliches Thema, das es mittelfristig ebenfalls anzugehen gilt.

Wie wird dieses Ziel erreicht und überprüft?

Quelle: ZNU – Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung, 2018

Schritt 1

Standortspezifische Erfassung der Treibhausgas-Emissionen (THG) nach international anerkannten Maßstäben wie bspw. dem Greenhouse Gas -Protocol (GHG) –Fokus liegt auf Scope1 und Scope 2. (Nachweise über bestehende Klimabilanzen z. B. auch im Rahmen des ZNU-Standards).

Mehr Info: Berechnungsgrundlage und Status-Quo Erfassung

Schritt 2 und 3

Vermeidung bzw. Reduzierung von THG-Emissionen durch unternehmensindividuelle Maßnahmen wie Sensibilisierung von Mitarbeitern für Klimaschutz im Tagesgeschäft, Prozessoptimierungen sowie die Umsetzung weiterer technologischer Energieeffizienzmaßnahmen. Nachweise sind möglich über den ZNU-Standard, EMAS, ISO 50001 oder die ISO 14001.

Unterstützung durch das ZNU-Netzwerk

Die Projektbeteiligten können sich im Rahmen des ZNU-Partnernetzwerks mittels Veranstaltungen wie Arbeitskreisen zum Thema Klima/Energie austauschen und so Synergien schaffen.

Schritt 4

Greening durch die Umstellung des Strombezugs auf zertifizierten Grünstrom im Bedarfsfall.

Mehr Info: Zertifikate und Neutralisierung

Schritt 5

Wenn vorhandene Energieeffizienzpotentiale ausgeschöpft sind, sollen die unvermeidlichen THG-Emissionen durch die Kompensation mit Emissionszertifikaten ausgeglichen werden. Zusätzlich werden Kompensationsprojekte unter dem Motto: „Bildung, Boden und / oder Bäume“ umgesetzt. Bevorzugter Kooperationspartner für Aufforstungsprojekte ist die Organisation Plant-for-the-Planet. Weitere Kompensationspartner sind in Absprache mit dem ZNU wählbar.

Mehr Info: Plant-for-the-Planet

Das ZNU sieht sich im Rahmen dieser 5 Schritte als „Qualitätswächter“, um damit den teilnehmenden Unternehmen die Sicherheit und Basis für eine glaubwürdige Kommunikation zu geben.

Wer ist das ZNU – Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung?

Das anwendungsorientierte Forschungsinstitut in der Wirtschaftsfakultät der Universität Witten/Herdecke wurde 2008 von Dr. Axel Kölle und Dr. Christian Geßner gegründet. Das ZNU beschäftigt derzeit 15 Mitarbeiter.

Die Mission des ZNU ist es, Nachhaltigkeit greifbar zu machen und Menschen für die Chancen Nachhaltigen Wirtschaftens zu begeistern. Die Schwerpunkte liegen in Forschung und Lehre, Weiterbildung für Fach- und Führungskräfte, Konferenzen und Initiativen. Ein  zentraler Baustein ist der ZNU-Standard Nachhaltiger Wirtschaften, der es den Unternehmen ermöglicht, Nachhaltigkeit als Managementsystem zu implementieren und sich zertifizieren zu lassen.

Mehr Info: ZNU-Standard Nachhaltiger Wirtschaften

Das ZNU hat einen Nachhaltigkeitsstandard für die FMCG-Branche (schwerpunktmäßig für die Lebensmittelwirtschaft) etabliert und in 2013 der Öffentlichkeit vorgestellt – momentan befindet sich der ZNU-Standard in der Revision und wird im Sommer 2018 branchenübergreifend und international anwendbar sein. Der ZNU-Standard fordert und fördert die Entwicklung eines integrierten Managementsystems zum nachhaltigeren Wirtschaften. Er verbindet Nachhaltigkeitsanforderungen auf Unternehmens- und Produktebene und ermöglicht eine systematische und kontinuierliche Verbesserung der Performance in den Dimensionen Umwelt, Wirtschaft und Soziales. 

Webseite: znu-standard.com

Welche Unternehmen engagieren sich im ZNU-Netzwerk?

Das ZNU-Netzwerk besteht aus ca. 70 Partnerunternehmen, die überwiegend mittelständig geprägt sind und aus den Bereichen Hersteller, Dienstleister, Medien und StartUps mit Fokus auf der Ernährungsbranche / FMCG (fast moving consumer goods) stammen. Sie repräsentieren einen Gesamtumsatz von >25 Mrd. Euro und beschäftigen rund 80.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Mehr Info: ZNU-Partnernetzwerk

Selbstverpflichtungen zu ZNU goes Zero und Klimaneutralität

Bitburger-Braugruppe verpflichtet sich!

Jan Niewodniczanski, Beiratsmitglied des ZNU, hier mit dem Leiter des ZNU Dr. Axel Kölle.

Develey Senf & Feinkost Gmbh verpflichtet sich!

Michael Durach, Beiratsmitglied des ZNU, unterstützt ZNU goes Zero auch im Namen der Develey Senf & Feinkost GmbH. Hier mit ZNU-Leiter Dr. Axel Kölle und Frithjof Finkbeiner der Plant-for-the-Planet Foundation.

Ritter Sport verpflichtet sich!

Alfred Ritter zusammen mit Felix Finkbeiner (Plant-for-the-Planet Foundation) und Michael Durach(ZNU-Beiratsmitglied, Geschäftsführer Develey Senf & Feinkost GmbH)

Alle mittelständische Unternehmen, die sich zu ZNU goes Zero verpflichtet haben

weitere Unternehmen folgen in Kürze...

FAQ's ZNU goes Zero

1. Was heißt: "ZNU goes Zero?"?

Um dem voranschreitenden Klimawandel entgegenzutreten, hat sich das ZNU – Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung der Universität Witten/Herdecke (Wirtschaftsfakultät) zum Ziel gesetzt, dass das ZNU-Partnernetzwerk (ca. 70 Unternehmen, Stand Juni 2018) bis spätestens zum Jahr 2022 und auch langfristig darüber hinaus an den deutschen Standorten (netto-)klimaneutral wirtschaftet.

Mit dieser gemeinschaftlichen Initiative, die im Frühjahr 2018 erstmals kommuniziert wurde, möchte das ZNU ein deutliches Zeichen in punkto unternehmerischem Klimaschutz setzen und der Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen noch gerechter werden.

2. Was bedeutet klimaneutral "Netto Null"?

Eine vollständige Klimaneutralität ist derzeit nicht zu erreichen. Um „Netto-Null“ zu erreichen, setzt das ZNU als „Qualitätssicherer“ und Impulsgeber auf ein schrittweises Vorgehen. Nachdem eine fundierte Status-Quo-Erfassung stattgefunden hat, bei der Klimabilanzen nach anerkannten Regelwerken – wie z. B. das Greenhouse Gas Protocol – als Basis dienen, sind die nächsten Schritte das Vermeiden und Vermindern von Treibhausgasemissionen. Dies lässt sich beispielsweise durch Wärme-Rückgewinnungsanlagen, Einsatz moderner Beleuchtungsmittel wie LED, Vermeiden von Leckagen bei Kühlmitteln; Nutzung von Erdwärme bis hin zu Dienstwagenregelungen realisieren. Ferner sollte eine Umstellung von Graustrom (konventioneller Strom aus fossilen Brennstoffen) auf „guten Grünstrom“ erfolgen. Bei der Auswahl von guten Grünstromprodukten sind verschiedene Qualitätskriterien zu berücksichtigen, damit die gewünschten positiven Effekte im Sinne der angestrebten Energiewende gefördert werden. Im letzten Schritt sind die unvermeidlichen THG-Emissionen mittels Klimakompensationen ausgeglichen.

3. Wie wird dieses Ziel erreicht und überprüft?

Das ZNU sieht sich im Rahmen dieser 5 Schritte als „Qualitätswächter“, um damit den teilnehmenden Unternehmen die Sicherheit und Basis auch für eine glaubwürdige Kommunikation zu geben. (Für Nachweise siehe FAQ 5 und 6).

4. Wie wird Greenwashing vermieden?

Durch die stufenweise Vorgehensweise werden in den einzelnen aufeinanderfolgenden Schritten Sparpotentiale ermittelt, reduziert und vermieden. Jeder dieser Schritte muss dem ZNU nachgewiesen werden (siehe FAQ 5 und 6). Der Fokus liegt dabei auf den ersten 3 Schritten, bevor der Einsatz von Grünstrom und die Kompensation greifen.

Langfristig betrachtet, erfolgen Kosteneinsparungen durch Investitionen in Energieeffizienzmaßnahmen – Klimakompensationskosten fallen fortlaufend jährlich an –  so dass bei den Unternehmen die intrinsische Motivation besteht, Energieeinsparungen der Klimakompensation vorzuziehen.

5. Welche Nachweise gibt es für die Umsetzung der Schritte 1-3?

Unternehmen, die nach einem Managementsystem (z.B. ZNU-Standard Nachhaltiger Wirtschaften, ISO 50001, ISO 14001)  zertifiziert sind, werden durch unabhängige Zertifizierungsstellen jährlich überprüft und weisen dadurch glaubhaft nach, welche Schritte sie für den Klimaschutz, eingeleitet und umgesetzt sowie welche Ziele sie sich gesetzt haben.

Die Unternehmen müssen zur Vermeidung und Verminderung von THG-Emissionen diese auf Unternehmensebene systematisch erfassen, dokumentieren und auswerten. Dabei werden auf Basis internationaler Standards (wie nach GHG Protocol) mindestens alle Emissionen, die unter Scope 1 und 2 fallen, erfasst

Das bedeutet, dass sämtliche direkte Emissionen, die durch stationäre oder mobile Verbrennungsprozesse sowie durch Verflüchtigungen klimawirksamer Stoffe entstehen, bilanziert werden. Ferner sind die indirekten Emissionen, die durch den Bezug fremderzeugter Energie vorgelagert anfallen, ebenfalls zu erfassen und darzulegen.

Mit Blick auf den unternehmerischen Klimaschutz müssen außerdem konkrete Ziele erarbeitet sowie Maßnahmen und Kooperationen mit Anspruchsgruppen angestoßen und dokumentiert werden.

6. Heißt das, ihre Produkte sind klimaneutral?

Nein. ZNU goes Zero bezieht sich auf die THG-Emissionen am Unternehmensstandort, wo pragmatisch und unmittelbar Potentiale gehoben werden können und bezieht sich nicht auf die einzelnen Produkte. Kooperativer Klimaschutz entlang der Wertschöpfungskette bleibt ein wesentliches Thema, das es mittelfristig ebenfalls anzugehen gilt.

7. Kann da jeder mitmachen? Oder nur ein exklusiver Club?

Bisher umfasst das ZNU-Partnernetzwerk ca.70 mittelständische Unternehmer und Unternehmen aus Deutschland, die 80.000 Beschäftigte und einen Gesamtumsatz von ca. 25 Mrd. Euro repräsentieren.
Die Verteilung der Partner spiegelt dabei auch den Ansatz der Wertschöpfungskettenbetrachtung wider. Neben zahlreichen Unternehmen aus der Industrie finden sich Zulieferer, Dienstleister sowie weitere Netzwerke und wissenschaftliche Einrichtungen. Die Abrundung der nachhaltigen Denkweise findet sich in entsprechenden Medienvertretern.

Voraussetzung für die Teilnahme an ZNU goes Zero ist die Partnerschaft mit dem ZNU.
Perspektivisch möchten wir unser Knowhow aber im Sinne eines transformatorischen Prozesses für alle zur Verfügung stellen und „Nachahmer“ motivieren. Erste konkrete Ergebnisse werden auf der XI. ZNU-Zukunftskonferenz am 2./3. April 2019 vorgestellt.

8. Was unterscheidet die Klimaneutralität mit ZNU goes Zero von einer Klimaneutralität bspw. mit dem Goldstandard, dem Clean Development Mechanism oder Voluntary Carbon Standard?

Wo die Kompensation bei anderen Modellen der Klimaneutralität mit dem Kauf eines Zertifikats, wie beispielsweise dem Goldstandard, aufhört, gehen die Partner von ZNU goes Zero einen Schritt weiter. Zusätzlich zur Zertifizierung mit anerkannten Standards investieren die Unternehmen gemessen an ihren CO2-Emissionen in Baumpflanzungen, in Bodenschutzprojekte und bilden Klimabotschafter aus.

Bevorzugter Partner ist hier Plant-for-the-Planet. Die Bäume sind dabei in vielfacher Weise entscheidend:

Auf der einen Seite binden sie CO2, auf der anderen geben sie Menschen in Ländern des globalen Südens Arbeit, ein gesichertes Einkommen und Zukunftsaussichten. Mit der Förderung der Klimabotschafter von Plant-for-the-Planet sorgen die Unternehmen dafür, dass zukünftige Generationen in Klimafragen ausgebildet werden und ihr Wissen an andere weitergeben können.

Fragen rund um die Kompensation

9. Warum werden die Bäume in Mexiko und nicht in Deutschland gepflanzt?

Plant-for-the-Planet pflanzt die Bäume auf der Yucatán-Halbinsel, Mexiko, auf Grund, der in Besitz der mexikanischen Schwesterorganisation von Plant-for-the-Planet ist. Die Bäume wachsen in Ländern des Südens etwa zwei bis vier Mal schneller als in Deutschland und binden somit schneller höhere Mengen CO2. Außerdem schaffen Bäume langfristig Arbeitsplätze in Ländern des Südens: Auf der Halbinsel Yucatán leben heute bereits mehr als 500 Menschen von den Gehaltszahlungen an die 100 Forstarbeiter von Plant-for-the-Planet.

Das ist nur ein Beispiel dafür, wie Aufforstung in den Ländern des Südens ganz konkret zur Erreichung aller 17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung beiträgt, die die Vereinten Nationen ausgegeben haben.

10. Hat Plant-for-the-Planet ausreichend Kapazitäten, um für alle seine Partner Bäume als Ausgleich für CO2-Emissionen zu pflanzen?

Ja! Mit 100 Forstarbeitern pflanzt Plant-for-the-Planet etwa 2 Mio. Bäume pro Jahr. Die Plant-for-the-Planet Foundation hat ihre Mitarbeiter so ausgebildet, dass sie innerhalb eines Jahres auf 10 Mio. Bäume skalieren kann. Jedes Jahr stellt Plant-for-the-Planet außerdem weitere 36 Arbeiter ein, um die Bäume zu pflanzen und zu pflegen. Um sicherzustellen, dass sie auf der Yucatán-Halbinselauch langfristig aufforsten kann, erhöht Plant-for-the-Planet die Aufforstungsfläche ständig, mit dem Ziel die Fläche von heute 22.500 Hektar auf 100.000 Hektar bis zum Jahr 2028 zu erhöhen, um mindestens 100 Mio. Bäume pflanzen zu können. Die Fläche ist im Besitz der Plant-for-the-Planet Mexico A.C., also der mexikanischen Schwesterorganisation von Plant-for-the-Planet.

Das Modell von Plant-for-the-Planet sieht vor, in einer Genossenschaft von Waldbesitzern die bestehenden Flächen im Besitz mexikanischer Bauern wiederaufzuforsten. Vielen Bauern fehlen die finanziellen Möglichkeiten und Maschinen, um ihre Wälder zu bewirtschaften. Viele schaffen durch Brandrohdung Rinderweiden oder plündern die Wälder, und überlassen sie dann sich selbst. Ein Angebot einer Genossenschaft an die Waldbesitzer, ihre Flächen aufzuforsten, könnte helfen, diese Flächen langfristig als Wälder zu erhalten, im Besitz kleiner Bauern zu belassen, vor Brandrohdung zu bewahren, und noch mehr CO2 zu binden. Solche Genossenschafts-Modelle funktionieren bereits, z.B. in Norwegen mit der Metsä.

11. Wie viel CO2 kann ein Baum binden?

Jeder Baum ist anders. Im weltweiten Durchschnitt nimmt ein Baum in seiner Lebenszeit 100 kg CO2 auf. Plant-for-the-Planet pflanzt auf der Yucatán-Halbinsel in Mexiko. Plant-for-the-Planet garantiert, dass die  gepflanzten Bäume so lange gepflegt werden, bis sie die zu kompensierende Menge CO2 aufgenommen und langfristig im Holz gebunden haben. Diese CO2–Speicherung wird vom Crowther Lab der ETH Zürich überwacht. Eine Studie aus dem Magazin „Nature“ aus dem Jahr 2016 („Biomass resilience of Neotropical secondary forests“, doi:10.1038/nature16512) hat gezeigt, dass ein Baum in Lateinamerika über seine gesamte Lebensdauer 202 kg CO2 bindet. Die Aufforstung von Plant-for-the-Planet hat mit einer 94%igen Anwachsrate eine extrem hohe Qualität, weshalb davon ausgegangen werden kann, dass ein Baum 500 kg CO2 binden kann.  Um dies zu verifizieren, führen wird eine Langzeitstudie über zehn Jahre durchgeführt. Plant-for-the-Planet verpflichtet sich, mindestens 2 Bäume pro Tonne CO2 zu pflanzen.

12. Wie lange stehen die Bäume und wie werden diese anschließend genutzt?

Die Bäume werden lange genug stehen, um mindestens 500 kg CO2 zu binden, bevor sie geerntet und im Sinne einer nachhaltigen Holznutzung zu langlebigen Holzprodukten verarbeitet werden. Die CO2-Speicherung wird dabei vom Crowther Lab, einem Institut an der ETH Zürich, überwacht. Würden die Wälder sich selbst überlassen, würden einzelne Bäume mit der Zeit absterben und verrotten, dabei das gebundene CO2 wieder freisetzen.

In langlebigen Holzprodukten hingegen bleibt der Kohlenstoff über Jahrzehnte weiter gespeichert. Das Holz ist dem Verrottungszyklus entzogen, der Baum gibt damit den Kohlenstoff nicht wieder ab. Außerdem ersetzt Holz als Baumaterial Stahl und Beton, welche heute schon für 10% des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich sind. Die Plant-for-the-Planet Foundation wird ab 2025 auf der Halbinsel Yucatán eine holzverarbeitende Industrie – in der Hand von Plant-for-the-Planet Mexico A.C. oder in genossenschaftlichem Besitz der Waldbauern – aufbauen, um die Wertschöpfung für die Menschen vor Ort zu erhöhen und mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Alle geernteten Bäume werden direkt wieder aufgeforstet, sodass wieder zusätzliche Kohlenstoffspeicher entstehen.

Fragen rund um das ZNU

13. Wer ist das ZNU - Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung (ZNU)?

Das anwendungsorientierte Forschungsinstitut in der Wirtschaftsfakultät der Universität Witten/Herdecke wurde 2008 von Dr. Axel Kölle und Dr. Christian Geßner gegründet. Das ZNU beschäftigt derzeit 15 Mitarbeiter.

Die Mission des ZNU ist es, Nachhaltigkeit greifbar zu machen und Menschen für die Chancen Nachhaltigen Wirtschaftens zu begeistern. Die Schwerpunkte liegen in Forschung und Lehre, sowie Weiterbildung für Führungskräfte, Konferenzen und Arbeitskreisen.

http://www.mehrwert-nachhaltigkeit.de/index.html

Das ZNU hat einen Nachhaltigkeitsstandard für die FMCG-Branche (schwerpunktmäßig für die Lebensmittelwirtschaft) etabliert.  Dieser wurde im September 2018 in der Revisionsfassung veröffentlicht. Wesentliche Neuerungen sind die branchenübergreifende und internationale Anwendung  sowie die Berücksichtigung der SDG’s. Der ZNU-Standard Nachhaltiger Wirtschaften fordert und fördert die Entwicklung eines integrierten Managementsystems zum nachhaltigeren Wirtschaften. Er verbindet Nachhaltigkeitsanforderungen auf Unternehmens- und Produktebene und ermöglicht eine systematische und kontinuierliche Verbesserung der Performance in den Dimensionen Umwelt, Wirtschaft und Soziales.

https://www.znu-standard.com/znu-standard/

14. Welche Unternehmen engagieren sich im ZNU-Netzwerk?

Das ZNU- Netzwerk besteht aus ca.70 Partnerunternehmen, die überwiegend mittelständig geprägt sind und aus den Bereichen Hersteller, Dienstleister & Händler mit Fokus auf der Ernährungsbranche / FMCG (fast moving consumer goods) stammen. Sie repräsentieren einen Gesamtumsatz von >25 Mrd. Euro und beschäftigen rund 80.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

http://www.mehrwert-nachhaltigkeit.de/partner.html

Weitere Fragen

15. Klimaschutz ist ja nicht alles, es geht ja bei Nachhaltigkeit auch um Menschenrechte, Tierwohl, Verpackungen etc., wie passt das?

Die Unternehmen im ZNU-Partnernetzwerk, die an ZNU goes Zero teilnehmen, sind häufig nach dem extern zertifizierbaren ZNU-Standard Nachhaltiger Wirtschaften auditiert – bzw. werden dies perspektivisch sein. Dieser ganzheitliche Standard fördert und fordert die Entwicklung nachhaltigerer Prozesse und Produkte und überprüft die Fortschrittsdynamik jährlich. So ermöglicht er die systematische und kontinuierliche Verbesserung der Performance in den Dimensionen Umwelt, Wirtschaft und Soziales. Dieser holistische Ansatz deckt alle Bereiche der Nachhaltigkeit ab. 

Dem Klimaschutz kommt momentan eine exponierte Stellung zu, da die drohenden Folgen eines ungebremsten Klimawandels Einfluss auf sämtliche Dimensionen der Nachhaltigkeit haben werden.

16. Welche politischen Effekt wollen wir erzielen?

Wir möchten vorangehen in Sachen Klimaschutz und der Politik konkrete Ansätze aufzeigen, wie Klimaschutz umfassend umgesetzt werden kann. Selbstverständlich sind wir gegenüber kooperativen Ansätzen mit der Politik aufgeschlossen – Klimaschutz ist schlussendlich ein gemeinschaftlicher Prozess aller gesellschaftlichen Akteure!

17. Was sind die nächsten Schritte?

Schrittweise möchten wir alle ZNU-Partnerinnen und -Partner im Netzwerk für die Teilnahme an ZNU goes Zero begeistern. Ferner werden wir auf weitere Akteure – wie die Politik – zugehen, um das gesellschaftliche Bewusstsein für Klimaschutz und bestehende Initiativen zu stärken. Außerdem sind wir dabei, neben Plant-for-the-Planet weitere Anbieter von Kompensationsmaßnahmen zu identifizieren und für ZNU goes Zero zu gewinnen – dabei sollten die Anbieter sich dem Motto „Bildung, Boden und/oder Bäume“ verschrieben haben. Erste Ergebnisse der Initiative sollen auf der XI. ZNU-Zukunftskonferenz am 02./03. April 2019 in Berlin bekannt gegeben werden.

Kontakt

Für Fragen rund um ZNU goes Zero

Markus Laumann
Ansprechpartner:
Inhalt
Markus.Laumann@uni-wh.de
+49 (0) 2302 926-545

Christina Meyer
Ansprechpartnerin:
Inhalt und Koordination
Christina.Meyer@uni-wh.de
+49 (0) 2302 926-545

Dr. Axel Kölle
Ansprechpartner:
Inhalt & Koordination
Axel.Koelle@uni-wh.de
+49 (0) 2302 926-573
+49 (0) 172 4545478